Gedenkfeier zum Markdorf-Unglück.

Bericht: Badische Zeitung

Am Dienstag, 22. Dezember, jährt sich zum 70. Mal der Tag des schrecklichen Eisen-bahnunglücks bei Markdorf am Bodensee, das 101 Todesopfer und 47 teils schwer verletzte Passagiere forderte. 98 der ums Leben Gekommenen stammten aus dem Markgräflerland, unter ihnen 42 Frauen, Männer und Kinder aus Binzen.

In Erinnerung an dieses tragische Ereignis lädt die Kirchen- gemeinde Binzen an diesem Jahrestag um 19.30 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst mit Pfarrer Andreas Pollack in die Laurentiuskirche ein. Die musikalische Mitgestaltung übernehmen der Kirchenchor, der Frauenchor, der Gesangverein "Eintracht" und Musikverein. Auch Bürgermeister Ulrich May wird eine Gedächtnisrede halten.


Auszug Eisenbahnarchiv:

Markdorf/Kluftern (Deutschland) Frontal-Zusammenstoß

Am 22. Dezember 1939, kam es zu einem schweren Eisenbahnunglück. Bei dichtem Nebel nachts um 22:19 Uhr stießen ein voll beladener Güterzug und ein gut besetzter Personenzug frontal und ungebremst auf der eingleisigen Bodenseegürtelbahn entlang des Nordufers des Bodensees in Lipbach zwischen Markdorf und Kluftern zusammen.

106 Menschen starben in den Trümmern, weitere 9 noch vor Ort an den Folgen. Im Personenzug, einem Bedarfszug aus Oberstdorf, saßen Einwohner aus Weil am Rhein und Umgebung, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ins Allgäu evakuiert worden waren und sich nun kurz vor Weihnachten auf die Rückkehr in die Heimat freuten. Die Fahrdienstleiter in Markdorf und Kluftern hatten beide die Signale auf freie Durchfahrt gestellt. Die Züge hätten planmäßig in Markdorf kreuzen sollen, aufgrund von Nichteinhalten der Vorschriften hatte der Fahrdienstleiter jedoch dem Güterzug freie Fahrt erteilt.